Frühsommerhitze

Heuer war der Juni hier wieder sehr trocken und sonnig. Laut dem Deutschen Wetterdienst ist es in Bayern der drittwärmste Juni seit Beginn der Aufzeichnungen. Im Frühsommer sind viele Pflanzen auf die intensive Sonnenstrahlung und anhaltende Trockenheit nicht eingestellt.
In meinem kleinen Gärtchen macht sich das an einigen Standorten besonders bei Rosen und manchen Stauden bemerkbar. Trotz Wassergaben, sind die Rosenblüten vertrocknet und manche Blätter vergilbt. Das liegt sicher auch am Untergrund: zum Teil ist die Erdschichtdicke wohl eher gering, darunter kommt Bauschutt … Möglicherweise muss ich perspektivisch auf trockenheits- und hitzebeständigere Pflanzen umsteigen.

Korianderkraut konservieren

Den Geschmack von Korianderblättern mag man oder eben nicht. Ich liebe ihn. Leider lassen sich die Blätter nicht so einfach konservieren – weder trocknen noch einfrieren funktioniert bei Koriander. Für eine andere Variante der Konservierung hat mich das Rezept für Knoblauch Stock / Knoblauch Salz inspiriert (gefunden bei https://www.diekuechebrennt.de). Statt einer Kräutermischung verwende ich nur Korianderkraut, Knoblauch und Salz. Für herzhafte Gerichte mit südamerikanischem, asiatischem oder mediterranem Anklang sollte das sehr gut passen.

Der verbliebene Koriander blüht mittlerweile üppig, wird von vielen Insekten besucht und ergibt eine Samenernte.

Silberblättrige Goldnessel

Die Silberblättrige Goldnessel hat wunderbar gelbe Blüten und schöne Blätter mit weißer Zeichnung. Sie breitet sich moderat über Ausläufer aus und Schnecken gehen nicht ran (im Gegensatz zu allen anderen Taubnesseln, die ich hier probiert habe).
Diese Goldnessel ist ein Import aus meinem ehemaligen Kleingarten, dort hatte sie sich vom Wald her ausgebreitet. Leider ist sie als invasiver Neophyt eingestuft, der schon seit langem in Wäldern verwildert ist, wohl durch Ablagerung von Gartenabfällen. Teilweise verdrängt sie dort die Gewöhnliche Goldnessel. Also, Obacht bei Gartenabfällen und Ausbreitung.

Huflattich

Nicht bestellt, doch gern gesehen: Huflattich in Mauerspalten und auf Schotterstreifen am Parkplatz.

Zuerst zeigen sich nur die Blüten auf kurzen Stängeln. Im Veblühen und Ausbilden der Samenstände recken sich die Stängel immer mehr in die Länge. Nach dem Verblühen treiben die schmucken, herzähnlichen Blätter aus, die später im Jahr immer größer werden.

Als eine der ersten Frühjahrsblütenpflanzen ist Huflattich sehr wertvoll für Insekten. Er verbreitet sich über die Samen ähnlich wie Löwenzahn, aber auch durch lange Wurzelausläufer. Huflattich als Heilpflanze soll bei Hustenreiz helfen und schleimlösend wirken.

Blauer Blattkäfer

Auf einem Schneeglöckchen war dieser wunderbar blau-metallisch schillernde Käfer anzutreffen. Meine Recherche ergab: es handelt sich um den Minzeblattkäfer (Chrysolina herbacea) oder den Himmelblauen Blattkäfer (Chrysolina coerulans). Beide mögen Lebensräume in denen Minzearten wachsen. Käfer sowie Larven fressen Minzeblätter, manchmal ganze Pflanzen. Hier im kleinen Garten wächst aktuell Marokkanische Minze, die aber bis jetzt noch nicht ausgetrieben hat. Durch den sehr warmen März wurde der Käfer wohl zeitiger aus der Winterruhe gelockt.
Obwohl die Käfer so schön anzuschauen sind, hoffe ich, dass sie nicht in Massen auftauchen, damit von der Minze auch was für mich übrig bleibt.

Quitten

Im Garten der Nachbarin Tina durfte ich Quitten ernten. Mit den reifen Quitten probierte ich verschiedene Zubereitungen aus: Quittengelee mit Vanille; Quittenmarmelade mit Nelken, Kardamom und Zimt; Quittenmus und Quittenbrot.

Der erste Quittenbrot-Versuch ging schief. Ich wollte es Lufttrocknen um Energie zu sparen, dabei schimmelte es jedoch. Der zweite Versuch im Backofen gelang ganz gut – für meinen Geschmack lohnt sich der Aufwand nicht so ganz. Mus und Marmelade sind mir lieber.

Eine Hecke für Vögel und Insekten

Um einen kleinen Beitrag für die Arterhaltung zu leisten, schlug ich unserem Vermieter vor, auf seinem Grundstück nebenan eine freiwachsende naturnahe Hecke aus Insektennähr-, Vogelnähr- und Vogelschutzgehölzen zu pflanzen. Er war einverstanden und nun schritt ich zur Tat. Für den halbschattig bis schattigen Gartenbereich wählte ich Gemeinen Flieder, Kornelkirsche, Einheimische Felsenbirne, Faulbaum, Gemeinen Schneeball, Einheimische Heckenkirsche, Schneebeere, Schwarzen Holunder, Blutpflaume und Eingriffeligen Weißdorn aus. Diese einheimischen Sträucher bieten sowohl Vögeln als auch Insekten Lebensraum und Nahrung. Und Gartenbesitzer und Nachbarn haben auch etwas davon, z.B. dekorativen Sichtschutz und den schönen Anblick von Blüten und Beeren, abwechslungsreich von Frühjahr bis Spätherbst.

Naturnahe Hecken sollten nicht oder nur selten beschnitten werden und benötigen ausreichend Platz.

Gesträuch-Zuwachs

Letztes und dieses Jahr sind ein paar neue Gehölze in Garten und Terrasse eingezogen.

Im Sebtember 2020 kamen Felsenbirne, Zwergblutpflaume und Stachelbeere in den Minigarten. Vorher mussten die alten Bestands-Kirschlorbeeren weichen. Sie wurden zu raumgreifend und blühen wollten sie auch nur spärlich. Die Entfernung war keine leichte Aufgabe – die Wurzelstöcke verblieben daher in der Erde, eine vorübergehende unterirdische Abdeckung verhindert Neuaustrieb. Die neuen Sträucher konnte ich gut zwischen die alten Wurzeln pflanzen.

Seit diesem Oktober ergänzt eine Goldjohannisbeere die kleine Hecke aus Felsenbirne/Blutpflaume/Strauchrose. An der Pergola fand die Kletterrose „Lemon Rambler“ einen – hoffentlich guten – Platz. Eine andere Kletterrose bekam die Geißschlinge „Graham Thomas“ als Begleiter. Hoffentlich vertragen sie sich. In Kübeln auf der Terrasse wachsen seit kurzem Jostabeere, Zwergapfelbaum „Appletini“ und Mahonie.
Die im Mai in Kübel gepflanzten Blaubeeren (die frühe „Reka“, die späte „Bluetta“) und die Mini-Himbeere haben diesen Sommer schon Früchte getragen.

Obst- und Gemüseernte in diesem Sommer

Der recht regenreiche, oft kühle Sommer 2021 war nicht ideal für Obst- und Gemüseanbau. Immerhin brauchte kaum gegossen zu werden. Den Johannisbeeren war’s egal. Mitte-Ende Juni reiften die weiße/gelbe Sorte „Weiße Langtraubige“ und die schwarze „Ometa“.

Die schwarze Johannisbeere hatte ich im letzten Herbst stark geschnitten und zum 3-triebigen Spalier aufgebaut, damit sie weniger Platz einnimmt. Damit gelangt mehr Sonne an die Früchte und sie soll reicher tragen und leichter zu beernten sein. In diesem Jahr trug sie wenig Früchte durch den radikalen Schnitt.

Auf der Terrasse in Kübeln wachsen seit letztem Herbst zwei Blaubeeren – die frühe Sorte „Reka“ und die späte Sorte „Bluetta“. Zweitere hält gerade viele reifende Beeren bereit – leider fehlen Aroma und Süße.

Im Frühjahr vom Garten auf die Terrasse gezogen sind die Erdbeeren der remontierenden Sorte „Ostara“. Hier lassen sie sich viel besser ernten, sind unbehelligt von Schnecken und haben mehr Sonne. Etwas spät gepflanzt, tragen sie jetzt gut. Wenn das Wetter mitspielt, gibt es noch eine Weile Nachschub.

Seit Anfang Juli reifen Zucchini (gelbe Ufos) und Mini-Auberginen, bis jetzt wachsen ständig neue nach. Trotz der vielen gefräßigen Nacktschnecken bleibt genug für uns übrig.

Die im letzten Jahr ausprobierte und diesmal selbst vermehrte Tomatensorte „Golden Currant“ war im Frühjahr in der Fensterbank-Anzuchtstation gut aufgelaufen. Eine Pflanze kam ins Hochbeet in den Garten, eine zweite im Kübel auf die Terrasse. Die üppig gewachsene Hochbeet-Tomate fiel Anfang August leider der Braunfäule zum Opfer, bevor die Tomaten reifen konnten. Die Blätter der Terrassen-Tomate sind auch nicht ganz gesund, aber immerhin gibt es viele Früchte zu ernten.

Als Experiment pflanzte ich zwei Ananasbeeren ins kleine Hochbeet an der sonnigen Hauswand. Trotz dem oft feuchten Wetter sind sie enorm gewachsen, vor allem fast liegend in die Breite – obwohl doch buschig aufrecht versprochen war. Ich musste die Mini-Auberginen abgrenzen, sonst wären sie überwachsen worden. Jetzt beginnen die Beeren zu reifen. Die reifesten haben ein deutliches Ananas-Aroma. Für ausgeprägtere Süße hätten sie wohl mehr Sonnentage benötigt.
Die Ananasbeere oder Ananaskirsche (Physalis pruinosa) ist übrigens die kleine Schwester der Andenbeere (Physalis peruviana). Die Früchte der Ananasbeere sind kleiner und reifen früher, für unser oberfränkisches Klima daher besser geeignet. Die Pflanzen sind jedoch nicht winterhart, man könnte sie in Kübel gepflanzt oder als Steckling im Keller überwintern.