Rotpelzige Sandbiene

Die Rotpelzige Sandbiene (Andrena fulva) fliegt von März bis Mai und ist in unseren Breiten recht häufig.

Rotpelzige Sandbiene an Johannisbeerblüten

Diese Solitärbiene nutzt viele verschiedene Blütenpflanzen als Nahrung. Unter anderem für Johannis- und Stachelbeersträucher ist sie ein wichtiger Bestäuber. Welch ein Glück das sie in meinem Minigarten vorbeikommt. Sie legen ihre 20-30 cm tiefen Röhren-Nester auf wenig bewachsenen Stellen im Boden an. Man tut den Sandbienen also etwas Gutes, wenn man Bereiche im Garten unbearbeitet und ungepflegt belässt.

Punktierte Zartschrecke

Diese Heuschrecke war falsch abgebogen und in unserer Küche gelandet. Nach meinem dafürhalten handelt es sich um eine männliche Punktierte Zartschrecke. Ich half ihr zurück in die richtige und farblich angemessene Umgebung.

Die Punktierte Zartschrecke (Leptophyes punctatissima) gehört zu der Familie der Laubheuschrecken. Sie ist im Westen und Norden von Deutschland sehr häufig anzutreffen. Sie verfügt über lange Fühler (da eine Langfühlerschrecke), hat aber nur Miniflügel, die sicher nicht zum Fliegen taugen. Ab Mitte August hört man das leise Zirpen der männlichen Punktierte Zartschrecke.

Insekten-Sommer

Reiche Blüte von Natternkopf, Salbei, Oregano, Andorn, Lavendel, Basilikum, Minze, Borretsch, Phlox, Funkien, Kugeldistel, Lauch, Flockenblume u.v.m. locken zahlreiche Insekten an. Einige der Tierchen standen mir für eine Fotografie zur Verfügung.
Wespen freuen sich insbesondere über unsere unbehandelten Holz-Gartenmöbel und nagen sich dort reichlich Material für ihren Nestbau ab. Speziell die Feldwespen sind ganz wild auf die Knospen und Blütenkörbe der Flockenblume, sie knabbern bzw. lecken daran, keine Ahnung warum? Sie vertreiben sogar Bienen und Hummeln von den Blüten.

Töpferwespe

Diese Töpferwespe (Eumenes coronatus) konnte ich an Koriander-Blüten beobachten, sie ist eine solitäre Faltenwespe. Die Weibchen bauen kleine Lehmtöpfchen als Brutzellen, in die je ein Ei gelegt wird – daher der Name. Erbeutete und per Stich gelähmte Raupen und Larven werden zum Ei ins Töpfchen gelegt. Dann wird die Brutzelle verschlossen. Die Wespenlarve wird genug zu futtern haben. Hier im Garten konnte ich bisher noch keine solchen Töpfchen entdecken.

Nymphe im Grünen

Diese Grüne-Stinkwanzen-Nymphe hat sich eine farblich hervorragend passende Umgebung ausgesucht.

Die Grüne Stinkwanze (Palomena prasina) gehört zur Familie der Baumwanzen (Pentatomidae). Im Herbst ändert sich ihre Farbe in braun bis rotbraun, was wohl mit den niedrigeren Temperaturen zusammenhängt. Frisch aus den Eiern schlüpfen die Nymphen. Sie entwickeln sich stufenweise durch Häutungen und werden damit dem erwachsenen Tier immer ähnlicher.

Veränderliche Krabbenspinne mit Beute

Fieser, raffinierter Trick: Farbe auf exakt das Taglilien-Gelb einstellen und Zack, Biene beim Pollensammeln zur Strecke bringen.

Die Weibchen der Veränderlichen Krabbenspinne (Misumena vatia) können ihre Körperfarbe andern in weiß, gelb oder grünlich – perfekte Tarnmethode. Für Feinde und Opfer wird sie dadurch unsichtbar. Ich habe sie auch erst auf den zweiten Blick entdeckt, anfangs sah ich nur die leblos unter der Lilienblüte hängende Biene.
Krabbenspinne heißt sie wegen ihrer Ähnlichkeit mit einer Krabbe durch die langen Vorderbeine, mit denen sie ihre Beute packt. Dann injiziert sie Gift und saugt das Beutetier aus. Sie erbeutet Fliegen, Hummeln und Bienen, auch vor Hornissen und großen Schmetterlingen soll sie nicht zurückschrecken.

Blaue Holzbiene

Die Blaue Holzbiene (Xylocopa violacea) ist eine Biene der Gattung der Holzbienen – auch Große Holzbiene oder Blauschwarze Holzbiene genannt.
Mit einer Körperlänge von 22 bis 28 mm ist sie die größte bei uns anzutreffende Bienenart. Sie hat einen schwarzen hummelähnlichen Körper und schwarze Flügel, die bei entsprechendem Lichteinfall blau schillern.
Im Mittelmeerraum ist die Blaue Holzbiene eine der häufigsten Bienenarten. In Mitteleuropa trifft man sie in wärmebegünstigten Lebensräumen an – durch das zunehmend wärmere Klima kommt diese Biene mittlerweile häufiger in unseren Breiten vor. Die Blaue Holzbiene lebt solitär und gilt als standorttreu. Sie besiedelt sonnige Plätze und benötigt Totholz als Nistmöglichkeit.

Auf unserer Terrasse holte sie geschickt den Nektar aus den Kelchen von Geißblatt-Blüten.

Moschusbock

Gegen Abend an schwarzen Johannisbeeren gefiel es dem Moschusbock. Sein Körper schimmerte metallisch bronzefarben in der Abendsonne. Der Moschusbock (Aromia moschata) ist eine Käferart der Familie der Bockkäfer, als einziger in Europa heimischer seiner Gattung. Sein Name rührt von einem stark moschusartig riechenden Sekret her, das er absondern kann. Die Käfer erscheinen in den Sommermonaten Juni bis August meist an Doldenblüten und ernähren sich von deren Pollen. Sie nehmen auch den Saft von Bäumen auf.

Hier muss es sich um ein männliches Exemplar gehandelt haben, erkennbar an den sehr langen Fühlern. Wobei dieser bereits den vorderen Teil seines rechten Fühlers eingebüßt hat.

Hummelschwärmer

Der Hummelschwärmer ist ein Schmetterling aus der Familie der Schwärmer. Er ist einer der vier tagaktiven Schwärmerarten in Europa. Er kommt in Mitteleuropa bis Zentral- und Ostasien vor. Im Norden Europas lebt er bevorzugt an Waldrändern, sonnigen Lichtungen und in lichten Wäldern.
Wie der Name schon sagt, hat der Hummelschwärmer Ähnlichkeit mit Hummeln – das trifft aber auch auf andere Arten seiner Gattung zu. Seine Flügel sind größtenteils durchsichtig und der Körper dick behaart. Wie viele Schwärmer fliegt er im charakteristischen Schwirrflug schnell von Blüte zu Blüte und verharrt im Flug beim Saugen von Nektar, ähnlich einem Kolibri.

Die Falter sind normalerweise sehr scheu und schwirren bei Störung schnell davon – daher ist meine Freude besonders groß über die gelungenen Schnappschüsse von diesem Hummelschwärmer am Polsterphlox.

Leider ist der Hummelschwärmer in Deutschland in der Roten Liste gefährdeter Arten als gefährdet eingestuft.

Goldglänzender Rosenkäfer

Der Goldglänzende Rosenkäfer trägt diesen Namen nicht von ungefähr, wird aber auch Gemeiner Rosenkäfer genannt. Er gehört zur Überfamilie der Blatthornkäfer. Wie sein Name schon andeutet ist seine Oberfläche metallisch glänzend, die Farbe variiert von grün, bronzefarben, golden bis blauviolett. Der Käfer ist 1,5 bis 2 cm lang und fliegt von April bis Oktober in ganz Europa.

Die erwachsenen Rosenkäfer sind oft an Blüten von Rosen, Obstgehölzen oder Holunder zu finden – hier erschien ihm eine Zierlauch-Blüte attraktiv.

Die Larven der Überfamilie Blatthornkäfer nennt man Engerlinge. Dazu gehören neben den Rosenkäfern die Mai- und Junikäfer, die Gartenlaubkäfer und Nashornkäfer.
In diesem Zusammenhang ist es interessant zu wissen, dass die Engerlinge des Rosenkäfers im Kompost und in morschem Holz leben. Sie gelten als Nützlinge und erweisen sich als sehr wertvoll in Komposthaufen. Außerdem sind sie nach der Bundesartenschutzverordnung eine besonders geschützte Art und nicht zu verwechseln mit den Engerlingen des Mai- und Junikäfers, die als Schädlinge gelten und niemals im Kompost zu finden sind.
Wieder was gelernt! Die beim Umsetzen meines Kompostes entdeckten Engerlinge waren demnach Rosenkäfer-Larven – gut für den Kompost.

Wildbienennest

Im Falz eines Fensterflügels unserer Wohnung entdeckten wir das Nest einer Wildbiene. Leider wurde es beim Öffnen des Fensters beschädigt, konnte ja keiner ahnen … auf diese Weise boten sich uns allerdings interessante Einblicke. Es handelt sich hier um ein sogenanntes Liniennest einer Solitärbiene. Ein Liniennest enthält hintereinander angelegte Zellen für je eine Larve. In unserem Fall wurden die Zellenkammern mit einer Art Mörtel aus Steinchen und Lehm gebaut – nach meinen Recherchen muss hier eine Mauerbiene am Werk gewesen sein. Die Zellen sind mit Pollen gefüllt. An jeden Pollenklumpen legte die Biene ein Ei und verschloss die Zelle. Darin wachsen nun die Larven und nähren sich vom Pollenvorrat.

Strauchschrecke

Gemeine Strauchschrecke

In meinem Garten auf einem Astilbenblatt sonnt sich die Gemeine oder Gewöhnliche Strauchschrecke (Pholidoptera griseoaptera), eine Langfühlerschrecke aus der Familie der Laubheuschrecken.

Die 13-20 cm langen Schrecken lieben u.a. sonnige Waldränder mit mittelhohem bis hohem Bewuchs, auch hohe Wiesen in Parks und Gärten. In Mitteleuropa sind sie weit verbreitet. Die Tiere sind flugunfähig mit ganz kurzen Restflügeln. Die Männchen haben etwas größere Vorderflügel, die sie zur Schallbildung für ihren Gesang benötigen. Die kurzen „Zri“-Rufe sind tagsüber und bis tief in die Nacht hinein von Juli bis Oktober zu hören. Die Weibchen haben eine nach oben gebogene, sichelartige Legeröhre (auf dem Foto zu sehen).

Große Heidelibelle

Meine Recherche ergab, dass es sich bei der hier beobachteten Libelle um die Große Heidelibelle (Sympetrum striolatum) handeln muss – eine Libellenart aus der Familie der Segellibellen. Nach dem Schlupf sind Weibchen und Männchen ähnlich gefärbt. Mit dem Altern bilden sich farbliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern heraus. Das fotografierte Tier dürfte ein Weibchen oder ganz junges Männchen sein.

Große Heidelibelle - Weibchen oder ganz junges Männchen

Die ausgereiften Libellen entfernen sich zum Teil mehrere Kilometer vom Schlupfgewässer. Sie besuchen vornehmlich Wiesen, Waldlichtungen und Gärten. Die Hauptflugzeit liegt in Mitteleuropa zwischen Juli und Oktober. Für die Fortpflanzung bevorzugt diese Libellenart sonnige, flache, nicht zu hoch bewachsene Gewässer. Die Großen Heidelibellen sind Ansitzjäger, dabei kann man sie gut beobachten.

 

Großes Ochsenauge

Ein weiterer Tagfalter flattert hier umher: das Große Ochsenauge (Maniola jurtina) aus der Familie der Edelfalter. Dieser Falter mag offene, trockene bis leicht feuchte Bereiche, wie z.B. Waldränder. Er ist eine der häufigsten Augenfalter-Arten und auch in Gärten oft anzutreffen. Das Große Ochsenauge fliegt in einer Generation von Juni bis Anfang September.


Männliche und weibliche Falter unterscheiden sich in der Farbgebung. Die Flügeloberseiten der Männchen sind fast einfarbig dunkelbraun gefärbt. Die Weibchen haben ebenfalls dunkelbraune Flügeloberseiten, aber mit einen ausgedehnten, mehr oder weniger deutlichen orangen Fleck auf der Mitte der Vorderflügel. Beide Geschlechter haben nahe der Flügelspitze einen Augenfleck, dieser ist bei den Weibchen jedoch deutlich größer. Die Färbung der Unterseiten ist bei beiden fast identisch, der Augenfleck der Vorderseite ist hier ebenfalls zu finden.

Landkärtchen

Edelfalter Landkärtchen (Sommergeneration)Schon wieder ein neuer Besucher aus der Familie der Edelfalter: das Landkärtchen (Araschnia levana), auch Landkärtchenfalter. Dieser Tagfalter bewohnt feuchte Staudenfluren in lichten Wäldern und an Waldrändern – keine Wunder also, ihn hier in meinem Waldrandgarten anzutreffen.

In jedem Jahr gibt es zwei Falter-Generationen, die sich optisch stark voneinander unterscheiden. Dieser Unterschied entsteht durch die Tageslänge während der Raupenentwicklung.
Die Frühjahrsgeneration fliegt von April bis Mai, gefärbt in Rot-Orange mit schwarzen Flecken. Aktuell fliegt die Sommergeneration von Juli bis August, ihre Färbung ist dunkel mit einem breiten, weißen Rückenband und kleinen orangen Flecken (siehe Fotos). Die von der zweiten Generation abstammenden Puppen überwintern und werden zu Faltern der ersten jährlichen Generation.
Der Name des Landkärtchens rührt von der Zeichnung der Flügelunterseiten her, deren Linien an eine Landkarte erinnern.

Brauner Waldvogel

Diesen Sommer flattern viele Schmetterlinge durch meinen Garten. Heute kam mir der Braune Waldvogel (Aphantopus hyperantus), auch Schornsteinfeger genannt, vor’s Objektiv – zugegeben ein schon etwas älteres, ausgefranstes Exemplar. Er ist ein Tagfalter aus der Familie der Edelfalter und überall in Europa verbreitet.

Edelfalter Brauner Waldvogel an Lavendel

Dieser Falter bewohnt typischerweise lichte Wälder und Waldränder. Pro Jahr wächst eine Generation heran, die von Juni bis August fliegt.
Das Männchen ist schwarzbraun gefärbt. Das Weibchen ist etwas größer und die Färbung ist etwas heller. Die Flügelunterseite hat bei beiden deutliche hellrandige Augenflecken, besonders an den Hinterflügeln. Auf der Flügeloberseite sind diese Augenflecken nur schwach oder gar nicht erkennbar. Die Braunen Waldvögel sind meist mit zusammengeklappten Flügeln zu sehen, so dass man die charakteristischen Augenflecken gut sehen kann.

 

Pelzige Flugkünstler: Wollschweber

Wollschweber sind hummelartig behaarte Fliegen, deshalb werden sie auch Hummelfliegen genannt. Diese Zweiflügler sind schnelle, geschickte Flieger, die Standflug bzw. Schwirrflug beherrschen. Sie saugen mit ihrem langen Rüssel Nektar und Blütenpollen und schwirren dazu kolibriähnlich von Blüte zu Blüte. Hier im Garten ist der Große Wollschweber (Bombylius major) zu beobachten, er fliegt schon jetzt im zeitigen Frühjahr.

Großer Wollschweber an Immergrün-Blüte

Gefleckter Schmalbock

Gefleckter Schmalbock auf Funkienblüte
Dieser schwarz und gelb gefärbte Käfer wird Gefleckter Schmalbock genannt und zählt zur Familie der Bockkäfer. Farbe und Zeichnung sollen bei dieser Art sehr variieren und fungieren als sogenannte Mimikry zur Täuschung anderer Insekten. Sie können, ähnlich wie Heuschrecken, durch Aneinanderreiben von Hinterbeinen und Deckflügeln zirpende Töne von sich geben. Der gefleckte Schmalbock ernährt sich von Pollen, Nektar oder Blütenteilen – z.B. von Doldenblütlern und Disteln.

Zitronenfalter

Zitronenfalter an Platterbse

Nein, sie falten keine Zitronen … Zitronenfalter sind Tagfalter aus der Familie der Weißlinge. Die Männchen haben intensiv zitronengelb gefärbte Flügel, die Weibchen sind blasser. Leider zeigen diese schönen Schmetterlinge fast nie ihre Flügeloberseite – wenn sie sich niederlassen falten sie immer sofort die Flügel zusammen. Wenn man sich ihnen nähert, flattern sie auch schnell wieder davon.
Zitronenfalter können als einzige mitteleuropäische Schmetterlingsart im Freien ohne Schutz überwintern, da ihre Körperflüssigkeiten quasi ein Gefrierschutzmittel enthalten. Damit halten sie bis -20 Grad aus. Und Zitronenfalter haben mit 12 Monaten die höchste Lebenserwartung unter den mitteleuropäischen Schmetterlingen.